Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
246
Einzelbild herunterladen
 

mantel.Ihr scpd noch lange nicht fertig! Deckt erst inmeinem Saale den Tisch und tragt auf. Ihr stpd nichtzu vornehm dazu, Frau Köchin!"

Welche Beleidigung, daß er sie, die eine Nittersfrau vor-stellen wollte, Köchin nannte! Es zuckte ihr in den Fin-gern, ihm dafür den Bart auszuraufen; doch seine gespen-stische Furchtbarkeit schützte ihn, und sie deckte gehorsam fürzwei Personen.

Nehmt ein Gedeck zurück!" sagte der Geist.Ich lebevon der Luft, und es wäre gut, wenn auch Ihr davonlebtet; denn mancher schlechte Streich wird gemacht, umetwas Gutes zu essen."

Indem er diese wclterfahrene Bemerkung anssprach, trappteSabine davon und hatte schon die SaalHbwclle hinter sich,als er ihr nachgelaufen kam.Bald hätt' ich das Bestevergessen!" rief er.Soll mein Gast wie ein Hund ausdem Fußboden schlafen? Das schönste Bett, das Ihrhabt, muß herbei; ich will es hertragen helfen."

Höchst ungehalten, doch keine» Widerspruch wagend, gingsie nach der Bettkammer. Langmantel folgte, wählte selbstdie besten Pfühle und Kissen, faßte das Bettgestcll, worinsie aufgeschichtet waren, vorn an, Sabine that hinten das-selbe, und so zogen sie beim Lichtschein einer auf den Bet-ten stehende Laterne nach dem Thronsaalc hin.

Indessen hatte Naimund seine Traute ungern vermißt,und erhob sich, sic zu suchen. Er fand sie in einem Gange,das Dcttgestell vor sich hcrtragend. Der Geist machte sichunsichtbar, als er den Ritter kommen hörte. Es sah alsoans, als trüge Sabine das Bett ohne Gchülfen.Ei!wo willst du damit hin?" rief Raimund.Und muttcr-stclen allein! Ich begreife nicht, wie du die Last fortbringst."Sic gab keine Antwort, weil ihr das Sprechen bei Le-