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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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der dich verdrängen wollte, freundlich begegnen. Haß undVerachtung stiegen noch höher, als ich erfuhr, daß er vor-mals Sabinens Buhle gewesen sep. Kurz, er war mirein Abscheu und ich verhehlte das nicht. Dennoch wollt'ihn mein Vater mir aufzwingc» und bezog dieses Schloß,damit Vollrad seine Freier« bequemer fortsetzcn könne,weil er in der Nähe ein Landgut hat, wovon jedoch keinDachziegel mehr sein ist. Der Unerträgliche kam nun Tagfür Tag und stürmte auf mich ein. Entschlossen sagt' ichihm endlich gestern ins Gesicht, daß ich ihn nimmer liebenkönne.Das magst du im Thnrme lernen!" rief meinVater, und stieß mich in diesen Kerker, ohne daß Vollrad,vor dessen Augen es geschah, ein Wort dagegen einwandte."

Indem Bertha die letzten Worte sprach, klopfte jemandan die Thür. Doch ehe wir sehen, wer da ist, will zu-vor ein lustiges Zwischenspiel nach dem Rechte der Zcit-folgc erzählt seyn.

Während der Zeit, als sich die Liebenden weitläufigerund zärtlicher, als zu melden nöthig war, im Thnrme be-sprachen, ward drüben im bewohnten Schloßflügcl die Thurder Trinkstube ein wenig geöffnet, und die wohlbekannteStimme eines Dienstmädchens rief die Schaffnerin heraus.Was gibt's?" fragte Sabine verdrießlich; denn sie wolltedie werthe Gesellschaft nicht gern verlassen. Aber dieThür war schon wieder zugedrückt und keine Antwort er-folgte. Zornig sprang sie auf und eilte nach der Küche,um die unangenehme Störung mit Mund und Hand zubestrafen.

Doch- erbebend fuhr sie zusammen, als sic dort denfurchtbaren Zwerg, der sie durch Nachäffung der Mädchen-