Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
242
Einzelbild herunterladen
 

Männlein.Ich will dir umsonst dienen. Folge dei-nem Lichte, wohin cs dich, wie den Blinden sein Führer,leitet. Ich habe nicht Zeit, mit dir zu gehen; aber dieThurmpforte wird sich von selbst dir austhun. Nach einerhalben Stunde ruf ich dich wieder ab. Ein längeresGespräch unter vier Augen kann ich für dießmal nicht ge-statten."

3.

Albert fühlte jetzt an der Hand, die das Licht hielt, einensanften Zug, als faßte sie ein unsichtbares Kind, um ihnvon dannen zu führen. Willig und freudig ließ er sichdurch eine lange Reihe wüster Hallen und Gemächer leiten,und kam endlich, als er einige verfallene Stiegen hinab-geklcttert war, in einen mit Gras und Gesträuch über-wachsenen Hof, wo Regen und Wind so gewaltig rausch-ten, daß er jeden Augenblick das Erlöschen des Lichtesbesorgte. Aber cs brannte, wie von Glaswänden beschirmt,ruhig fort und zog ihn durch das Gestrüppe hin an einenrunden Thurm, dessen Pforte langsam aufging, als er sichnahte. Da ward er innerhalb des Thurmes einer schma-len Wendeltreppe gewahr. Sein Wegweiser gab ihm zuverstehen, daß er sie hinaufsteigen solle, und er hatte kaumeinige Stufen hinter sich, als ihm wchmüthige Töne vonoben entgegenschalltcn. Es war Bcrtha's Stimme; siesang:

Vergeben« trennt ihr Mauern,

Wo Schrecken mich umschauern,

Von Licht und Lust mich ab.

Jbr svllr mein Herz nicht zwingen,

Sollt Dem eS nichr entringen,

Dem c§ sich treu ergab.