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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
241
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hohen, spitzen Hut und langen schwarzen Mantel, den eswie den Schweif eines Frauenklcides hinter sich her schleppte.

Albert scheute sich, die ihm dargebotene Hand zu fassen.Schlag' ein und fürchte dich nicht!" sagte das Männlein.Ich habe Gutes mit dir im Sinne. Man wies dichzwar in arglistiger Absicht hieher; man hoffte, ich würdedich mißhandeln oder wohl gar würgen; aber ich lassemich nicht zum Meuchler gebrauchen. Am wenigsten hastDu von mir Feindseligkeiten zu befahren, da ich deinenVoreltern, als sic noch diese Burg im Besitz hatten, im-mer treu, hold und gewärtig war. Doch mit dem bösenGeschlechts, das sich vor hundert Jahren durch ein Buben-stück hier einnistete, Hab' ich keinen Verkehr. Ich bleibenur noch aus alter Gewohnheit hier, bewohne diesen Saalund sitze gern auf jenem alten hölzernen Throne, auf wel-chem einstmals Kaiser Marimilianus den Abgeordneten vonVenedig Gehör gab, als die Streitigkeiten dieses Staatesmit Tprol beigelcgt wurden. Doch von solchen Neben-dingen ein ander Mal! Ich weiß, du kamst her, um dasschone Fräulein zu sehen; das wird aber schwer halten,mein Lieber! Die arme Bertha sitzt im Thurme gefangen."

Gott! was hat sie verbrochen?" rief Albert.

Sic leidet um dich! Deinetwegen hat sie den verhaß-ten Gespons, den ihr der Vater aufrringen will, unfreund-lich empfangen, und ihm ins Gesicht gesagt, daß sic ihnnicht lieben könne."

Albert schwankte zwischen Freude und Leid.

Was spendest du mir, wenn ich dich zum Mägdleinführe?" fragte der Kleine.

Mein höchstes Gut, mein Leben setz' ich dran;" sprachder Jüngling.

Ei! was könnte mir das helfen?" entgegncte das

Langbein'S sämmtl. Schr. XVI. Bd. 16