->L> 23S <§-«-
Jhr wollt; nur laßt mir Bertha! Sie hat mir Treue ge-lobt und wird sie nicht brechen."
„Das wollen wir sehen!" rief Raimund. „Es gibtMittel, sie zu zwingen, und ich werde keins unversuchtlassen, meinen Willen durchzusctzcn. Kurz, der Handelmit dir ist ans. Geh deines Weges und komm nicht wie-der! Doch zum Zeichen, daß ich übrigens keinen Zorn ge-gen dich hege, will ich deinen Falken nicht verschmähen."
„Nehmt ihn hin!" sprach Albert, und übergab ihm seinliebstes Eigenthum.
Raimund dankte mit Kopfnicken und machte dann einevornehme Bewegung mit der rechten Hand, die andeutensollte, daß Albert nun gehen könne. Aber der Jüngling,den das verdroß, sagte: Ihr wißt vermuthlich nicht, daßdraußen ein grimmiges Wetter tobt; sonst würdet Ihrohne Zweifel so höflich sepn, mir ein Nachtlager anzubietcn."
Schweigend sah der Ritter die ihn ganz beherrschendeSchaffnerin an, ob sic wohl Gewährung erlaube. Sieneigte sich nach einigem Bedenken zu ihm hin und flü-sterte ihm ein paar Worte ins Ohr. Er lächelte, alshätte sie ihm einen lustigen Einsall mitgctheilt, wandtesich zu Albert und sagte: „Ich will dich diese Nacht be-herbergen ; aber ich bitte mir aus, morgen in aller Frühedas Schloß ohne weitern Wortwechsel zu verlassen."
Albert schwieg und dachte: das wird sich finden.
2 .
Die Schaffnerin stand jetzt auf, nahm zwei Lichter,winkte ihm, ihr zu folgen und ging durch verschiedeneKreuz- und Quergänge, die aus dem bewohnten Flügeldes Schlosses in das öde Hauptgebäude führten, stumm