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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
238
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scy cm Bekannter von Euch und wolle Euch einen Fal-ken verehren, den Ihr oft bei der Reiherbeitze gelobt undzu besitzen gewünscht hättet."

Raimund machte ein halb frohes, halb verdrießlichesGesicht und sprach:Ich crrathe den geheimen Gast, undes ist mir au seinem Besuch nichts gelegen, doch in Rück-sicht des angebotencn Geschenks mag er kommen."

Der Fremde trat, mit einem Falken auf der Hand, her-ein. Raimund erkannte in ihm sogleich seinen jungen Vet-ter Albert von Weiherburg und sagte hart:Waswillst du hier? was folgst du mir nach ? Um deiner loszu werden, verließ ich meinen alten Wohnsitz, und be-zog in aller Stille dieses finstre Waldschloß, wo ich vordir sicher zu seyn glaubte."

Wie Hab' ich diesen Zorn verdient?" fragte der Jüng-ling.Ich war Euch von Jugend auf mit Leib und Seelezugethan, wagte für Euch, wie ein reisiger Knecht, meinLeben in Euren Fehden, und begehrte nimmer Dank oderLohn."

Welche Großmuth!" spottete Raimund.Du verlang-test keinen Theil meiner Habe: du wolltest sie lieber dereinstganz besitzen, und stahlst dich dcßhalb ins Herz meinerTochter. Aber du machtest deine Rechnung ohne den Wirth.Bertha's Hand ist versagt."

Das kann ich bezeugen, junger Gesell!" fiel Vollradmit Nachdruck ein.Ich bin der Bräutigam."

Aufgeblasen warf er sich dabei im Stuhle zurück undschlug auf seinen ansehnlichen Bauch.

Albert sah den widrigen Menschen, dem Rohheit undVöllerci aus den Augen leuchteten, für einen unbedeuten-den Nebenbuhler an, und achtete seiner Zwischcnrede nicht,sondern sagte zu Raimund:Gebt Hab' und Gut, wem