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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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DeS Zuges Führer srug geschwind:

»Wer ist des allerliebste Kind?"

ScbnlduS zitterte vor Schrecken

Wie Espenlaub am ganzen Leib,

Und dachte, gar was Kluges auSzuheckcn,

Indem er sprach: »Es ist mein Weib."

Offizier. Lüg' Er nicht, Herr Schwarzrock! Wiekam Er zu einer so niedlichen Frau? Es ist gewiß cmMädchen, das er verkuppeln will?

Sebald. Nein, gnädiger Herr!

Offizier- Er lugt! Seiner ganzen Jammergestaltseh' ich's an, daß Er lügt, und werde mir daher ohneUmstände das Mädel zu Gemüth ziehn. Schaff Er sei-nem Kundmann ei» andres!

Sebald. Ach, Jhro Gnaden werden nicht so grau-sam sepn, Mann und Weib zu trennen.

Offizier. Herr, wenn ich Ihm glauben soll, so üb'Er gleich sein eheliches Recht aus! Hier vor meinen Au-gen!

Sebald. Barmherzigkeit!

Offizier. Die Hab' ich nicht. Er thut entweder aufder Stelle das, was ich Ihm nicht deutlicher sagen will,oder ich nehme das Mädel mit und lass Ihn obendrein,weil Er mir eine Nase drehen wollte, halb todt prügeln.

Welche schreckliche Verlegenheit! Hat sich wohl je einso züchtiger, schamhafter Mann, als Sebaldus war, ineiner ähnlichen befunden? Er schwankte, weinend und za-gend, zwischen zwei Wegen. Sollte er dem Pastor seineFrau rauben lassen oder selbst an ihm zum Räuber wer-den? Der drohend aufgehobene Stock des ungeduldi-gen Offiziers entschied. Er umarmte seine Gefährtin, zogsie mit sich ins weiche Gras und sagte leise: »Frau Pa-