Die Verlegenheit
In einem Dörfchen mitten aus dem Schauplatze dessiebenjährigen Kriegs hatte der Prediger ein junges Weibgehcirathet. Acht Tage nach der Hochzeit berief er denSchulmeister zu sich und sprach also: „Herr Gevatter, ichhabe sichere Nachricht, daß wir heute oder morgen einenBesuch von Feinden bekommen. Meine Frau würde vie-len Anfechtungen ausgcsetzt sepn, weil sie, wie Er weiß,nicht häßlich ist." Hier machte der Schulmeister Sebal-dus einen bejahenden Bückling, und der Pfarrer fuhr fort:„Ich bin daher Willens, sic ins Städtchen N" zu schi-cken. Das Haus des dasigen Bürgermeisters, der meinalter Freund ist, wird eine sichere Freistätte für ihre Tu-gend sepn. Es kommt nur noch drauf an, ob Er, meinlieber Herr Gevatter, mir die Gefälligkeit thun und siedahin begleiten will?" —
„Ja, theuerster Herr Pastor!« riefGevatter Sebald aus: „Ich thu's mit tausend Freuden.«—Drauf gab der Pfarr'r ihm einen BriefAn seinen Freund, und seufzte riefBei seines Weibchens Scheiden.
SebaiduS und die Pastorin
Fußwandertcn nun rasch aufs Städtchen zu; doch warenSie lauge, lange noch nicht hin,
Da stieß auf sie ein Trupp von feindlichen Husaren.