Die Stimme schwieg und Lottchcn trollte mißmuthigab. Sie hatte gewiß erwartet, das Buschorakel werdeihr entweder ein Liebespülverchen zuwerfcn oder die Macht«rtheilen, ihrem Manne, sobald er nur murre, ein Mund-schloß anzuheren. Da sie nun dafür eine Handvoll be-kannter Lebcnsrcgcln erhielt, deren Befolgung ihr so schwerdünkte, daß sie lieber Schläge duldete, so war sie höchsterbittert, und würde die versteckte Moralistin wie einRohrsperling geschimpft haben, wenn sie sich nicht vorihrer Rache gefürchtet hätte.
Besserer Rath kommt oft über Nacht. So auch beiLottchen, die sich endlich nach reiferem Bedenken vornahm,mit Ausübung der Lehren des Waldweibes einen Ver-such zu machen.
Diesem vernünftigen Entschluß zu Folge, verließ sieschnell das Bett, als ihr Mann aufstand, der die ganzeNacht fest geschlafen und ihre Auswanderung ins Wäld-chen gar nicht bemerkt hatte. Sie bot ihm einen freund-lichen guten Morgen, legte sogleich Hand an die Geschäfteder Wirtschaft, und bemühte sich, ein gutes Mittagsmahlzu bereiten. Alles ging, weil sie wollte, so leicht, daßsie sich selbst darüber wunderte. Der ehrliche Meister Hoppwar innig froh über die anscheinende Besserung seinerFrau, und kosete so süß und zärtlich mit ihr, als er kaumvor der Hochzeit gethan hatte.
Das behagte Lottchen. Sie war Tags darauf eine nochflinkere gute Wirthin, und ihr Mann hörte nicht auf, siezu loben. So vergingen in Fried' und Eintracht einigeWochen. Lottchcn arbeitete jetzt sogar mit Vergnügenund ohne die geringste Selbstüberwindung, die sic in denersten Tagen ihres thätigern'Lebens nöthig gehabt hatte.
Nun war sie auch mit dem braven Waldweibe völlig