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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
215
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Kopf thut mir weh." Diese Ausflucht mußte sich der guteMann nicht allein gefallen lassen, sondern sogar mit zärt-lichem Mitleiden beantworten.

Einige Stunden später erhob sich die angebliche Kranke;allein in der Küche war weder Feuer noch Rauch; dasWirthshaus mußte daher wieder aushclfen.

So fuhr Dame Hopp täglich fort. Unerschöpflich animmer neuen Schutzreden für ihre Trägheit, war Essen,Trinken, Schlafen, Spatziercngehn und Klatschen ihr ein-ziges Geschäft. Der arme Hopp bat sanft und dringend,sich des Hauswesens anzunchmen; aber er predigte tau-ben Ohren. Darüber grämte er sich nach und nach so,daß sich sein blühendes Ansehen in die gewöhnliche klap-perdürre Siechgestalt seiner Nadelbrüder verwandelte.

Die Geduld eines Engels hätte bei Lottens immer wach-sender Verschlimmerung nicht ausgchalten. Kein Wunderalso, daß auch endlich das sanfte Lämmlein, Meister Hopp,derb zu schmälen anfing. Seine liebe Frau, zu allem inder Welt, nur nicht zum Zanken träge, blieb ihm keinWort schuldig, und reizte durch Knurren und Murrenseine Galle so sehr, daß er endlich ihre oft geküßten undgestreichelten Nosenwangcn mit einem unsanften Schlageheimsuchte.

El» Unglückshaus, das alle LiebesgötterVerlassen, ist die Eh', in die ein Zornblitz schlug.

Denn nch, es nehmen bald mehr selche DennerwetterIn diese Gegend ihren Zug!

Will sich ein junges Weib ein sichres Hüttchen bauen,So leg' eS fein daranDie schönsten Tugenden der Frauen,

Als Blitzableiter an!