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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
214
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Sie konnte nicht Wnsserbrei kochen,

Und tadelte Braten und Fisch,

Wie manche strohköpsigte WichteDer Schriftsteller feinste Gerichte.

Nach Tische ward modisch frisirt,

Der Leib wie ein Schmerlchcn geschnürt,Und flink aus dem Hause spaziert.

Bei sinkender Nachr kam sie wiederMit Mälirchcn der neuesten Zeit.

Dann legte sie schläfcrnd sich nieder.

Und trieb eS so morgen, wie heut.

Dieses wohlerzogene Mägdlein ward also Meister HoppsFrau. In der Flitterwoche nach der Hochzeit befand sichdas neue Paar trefflich. Man stand spät ans, speißte ausder Garküche und machte Besuche. Aber am neuntenoder zehnten Tage sprach Meister Hopp:Nun dacht' ich,liebes Weibchen, wir hätten genug gefeiert. Morgen wol-len wir anfangen zu arbeiten und zu wirthschastcn, da-mit wir als ehrliche Leute bestehen." Sie antwortete miteinem leichten Kopfnicken, und man ging zeitig zu Bette,um morgen desto früher thätig zu scpn.

Meister Hopp war auch wirklich Punkt sechs Uhr aufdem Platze, und mit Scheere und Bügeleisen geschäftig,einen viereckige» deutsche» Pflastertreter in einen PariserStutzer umzuschaffen. Er horchte dabei von Zeit zu Zeit,ob sich nicht seine Hausfrau im benachbarten Kämmerleinrege? Aber er hörte nichts. Endlich gegen acht Uhr nahmer sich die Freiheit, sie zu wecken.Lottchen," rief er:Lottchen, erwach' und gedenke der Abrede von gestern!"Lottchen schlug die Augen auf, warf dem frcundlichlächeln-den Ruhestörer den ersten finstern Blick zu, kehrte sich aufdie andere Seite und knurrte verdrießlich:Laß mich, der