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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
206
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hcirathcn Sie uns! Dadurch werden unsere Elternzufrieden gestellt, und wir bleiben auch hübsch bei-sammen-

Anbei folgen unsere Schattenrisse. Wir könnennicht davon urthcilen; cs haben uns aber viele Ca-valiers gesagt, daß wir recht schön wären. Vielleichtgefallen wir Ihnen auch. Machen Sie mir baldAnstalt, uns abholen zu lassen. Wir verbleiben in-dessen

Ihre dcmüthigsten DienerinnenJulie von Richard.

Josephe von Eichenloh.Emilie von Trimberg.

Dieses Brieflcin schrieb Josephe zierlich ab, besiegeltecs mit ihrem Familicnwappc» , und machte die Aufschrift:An den Herrn Sultan zu Constantinopcl, abzugebcn imSerail.

Ein vertrautes Stubenmädchen übernahm die Bestellungauf die Post, und erstattete bald von der glücklichen Ue-bergabe Bericht. Nun fühlte» die Fräulein ihre Herzenerleichtert; doch verbanden sie sich, die ganze türkische Lie-besgeschichte bis zur wirklichen Anwerbung des Sultansin unverbrüchlicher Verschwiegenheit zu halten.

Allein nichts ist so klar gesponnen, cs kömmt doch end-lich an die Sonne. Der Postschrciber, dem das listigeMädchen den Brief von der Gasse herein flüchtig zuwarf,ließ vor Schrecken die Feder aus der Hand fallen, als erdie Aufschrift erblickte. Um den Ueberbringcr dieses selt-samen Schreibens zu sehen, fuhr er so hastig mit demKopfe zum Fenster hinaus, daß er sich seine schöne, locken-reiche Haarhanbe darüber abstreifte; aber umsonst! Dasschnellfüßige Mädchen war schon verschwunden. Inn schien