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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Ein herrlicher Einfall! rief Emilie: Wären wir dochdort!

Dahin könnten wir wohl kommen! entgcgnctc scherzendJosephe: Ich wette, der Herr Sultan schickte uns Pferdeund Wagen, wenn er wüßte, daß wir seine Gemahlinnenwerden wollten.

Ha! fuhr Emilie lächelnd fort: Was würden unsereEltern staunen, wenn vor jeder Thür ein goldener, tür-kischer Staatswagen angerollt käme, uns abzuholen! Siewilligten mit tausend Freuden; denn ein Kaiser ist dochein ganz anderer Schwiegersohn, als ein Landjunker.

Dieser lustige Gedanke gefiel den Fräulein. Sie span-nen ihn mit fröhlicher Laune immer weiter und weiterfort, und wurden endlich so vertraut damit, daß sie dieSache nicht allein für möglich und ausführbar hielten,sondern sogar im Ernst beschlossen, mit Seiner großsul-tanischcn Majestät deßhalb in Briefwechsel zu treten.

Gesagt, gethan. Die einfältigen Klostermädchen ent-warfen folgendes Schreiben:

Großmächtigster Herr Sultan!

Man spricht hier, Sie hätten entsetzlich viele Ge-mahlinnen. Ist denn das wahr, und wollen Sie unsnicht auch noch heirathen? Ihnen wird'S darauf nichtankommcn, und uns thätcn sic einen Gefalle». Dennsehn Sie, unsere Eltern dringen darauf, daß wiruns vermählen sollen. Es haben sich auch drei junge,seine Herren gemeldet; sie wohnen aber zehn undzwanzig Meilen von einander. Das wäre unserTod, wenn wir uns so weit trennen müßten; dennwir lieben uns ganz unaussprechlich. Drum schön-ster Herr Sultan, helfen Sie uns aus der Noth,