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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
196
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Staunen und Überraschung einige Schritte zurück. Erfand i» der Person des Fremden so viele Aehnlichkeit mitdem Kurprinzen, den er einmal vor mchrcrn Jahren gese-hen hatte, daß er nicht wußte, wie tief genug er sich bü-cken sollte. Er bat zehnmal in einem Athem um die Gnade,Platz zu nehmen, und fragte sich fast heiser, was zu hohemBefehl stehe?

Der Fremde. Verzeihen Sic, ich habe nicht zu be-fehlen, sondern blos zn bitten. Ich bin ein armer ver-triebener Schulmeister, den Sie sich durch einen Zehrpfcn-nig sehr verpflichten können.

v. Günther (vor sich). Richtig, richtig! (Laut mitschmeichelndem, unrcrwürflaei» Lächeln» Gnädiger Scherz!llcbergnädiger Scherz! ich kenne die Schulmcisterphysiog-nomien ein wenig, und weiß sic von den Zügen einerhohen Geburt recht wohl zu unterscheiden.

Der Fremde eerrörhenv). Mein Herr, Sie scheinenmich zu verkennen, scheinen

v. Günther. Halten Sie ein, gnädigster Herr! Ichrespektier die Heiligkeit Ihres Geheimnisses und will cSnicht verletzen, so sehr sich auch mein Herz auf die Lippencmpordrängt, Ihren hohen Namen zu nennen.

Der Fremde. Sic setzen mich in die äußerste Ver-legenheit, führen eine Sprache, die ich gar nicht verstehe.Warum wollen Sic eines armen Flüchtlings spotten? Siekonnten mir ja die Kleinigkeit, um die ich bat, geradezumit trocknen Worten abschlagen, und ich wäre dann sowillig gegangen, als ich nun gehe. Leben Sie wohl!

v. Günther <vcrrr>tt ihm höfllch de» Weil». Ich bitte,ich beschwöre Sie, mein Haus nicht zu verlassen. Sollteich so unglücklich gewesen scyn, Ihnen durch ein unüber-legtes Wort zu mißfallen, so verzeihen Sic huldrcichst