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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
197
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einem Manne, der Sitten und Sprache der Höfe nichtgenug in seiner Gewalt hat.

Der Fremde. Unbegreiflicher Mann! Sie fahrennicht allein in Ihrem höhnenden Tone fort, sondern zwin-gen mich sogar, ihn anzuhören. Ich versichere Ihnen noch-mals, ich bin nichts als ein blutarmer Schulmeister, dersein weiteres Fortkommen und Glück in der Welt sucht.

v. Günther. Ueber diese so ganz tiefe Erniedrigungmuß ich mit huldreichster Erlaubniß ein wenig lächeln.Der Zweck von Dero Reise ist edel und erhaben. MeinVaterland wird einst die herrlichsten Früchte davon crndtcn.Doch gestehe ich unterthanigst, ein wenig mehr Glanz würdeder Sache nichts schaden.

Der Fremde oochenv). Ich weiß fast nicht mehr, obich wache oder träume. Sie müssen mich wahrlich füreinen Prinzen halten, oderv. Günther. Ich hege, wie schon gesagt, zu vielEhrfurcht gegen das Jncognito, das Höchstdiesclbcn zu beob-achten geruhen, als daß ich meine srcimüthigcn Gedankenüber diesen Punkt sagen sollte. Aber ich bitte nochmals,in hohe Uebcrlegung zu ziehen, ob nicht vielleicht der an-genommene Titel eines Grafen der bequemste Mittelwegzu Ausführung Ihrer großen Absicht scyn dürfte. HabenSie die Gnade, sich einige Zeit bei mir aufzuhalten undsich in gehörigen Stand zu setzen. Mein Vermögen, meinBlut und Leben stehen zu Ihren Diensten.

Der Fremde (vornehm kn»). Von diesen Erbietungenwill ich vor der Hand nur ein Nachtquartier annchmen;denn schon neigt sich der Tag und ich bin etwas müde.Alles Ucbrige wollen wir morgen weiter besprechen.

».Günther. O ich glücklicher Mann! Sie geruhenalso, Herr Graf zu heißen?