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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
192
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den beiden Liebenden, die fast so gut als verlobt waren,zum völligen Bruch.

Seitdem fies er noch tiefer in Bacchus Schlingen. Erhatte bisher, aus Achtung gegen Lanrcn, wenigstens denäußerlichen Schein von ordentlicher Lebensart beibchaltcn;nun aber ward er ein schamloser, stadtkundiger Trunken-bold. Es verging keine Nacht, daß er nicht eine Schlä-gerei mit den Schaarwachtcrn gehabt oder in einer Wach-stube den Rausch ausgeschlafcn hätte. Seine Gesundheitfing dabct sichtbar an zu leiden und sein Vermögen schmolz.Kurz, er stand am Rande des Verderbens.

Das schmerzte zwei redliche Freunde von ihm, die zwaroft an seiner Seite tranken, sich aber immer in den Schrankender Mäßigkeit hielten. Sie vereinigten sich, den Zecherdurch ein ungewöhnliches Mittel zu bessern.

In dieser Absicht gingen sic eines Abends mit ihm ineinen Jtalicnerkeller und stellten sich von besonders guterLaune. Bonnards Licblingsweinc wurden anfgetragen. Manließ ihn trinken, so viel er wollte. Er berauschte sich wa-cker. Gegen Mitternacht rieben sich seine Gesellschafterdie Augen, gähnten und schliefen ein. Ihm war es lieb,daß er nun, ohne von ihnen gescholten zu werden, nocheine Flasche trinken konnte. Eh' er aber damit fertig war,stieg seine Trunkenheit auf den höchsten Grad, und er fielendlich selbst, von allen Sinnen verlassen, in einen festenTodtenschlaf.

Jetzt erwachten seine Freunde von ihrem nur verstelltenSchlummer und schüttelten ihn. Zu ihrem Vergnügenward er nicht munter. Sie rüsten nun einen von derSache schon unterrichteten und im Nebenzimmer verbor-genen Wundarzt herbei. Dieser brachte Schienen und an-dere bei einem Beinbrüche nöthige Gcräthschaftcn hervor,