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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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187
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Erschrocken fuhr sie hoch empor,

Und suchte, mit ängstlichem Zieh» und ZerrenAm Röckchen und Halstuch, das offne ThorDeS HeiligthnmS der Keuschheit wieder z» sperren.Darüber rang mit ihr der junge Mann,

Und wenig fehlte noch, daff er den Sieg gewann,

Den Sieg am Hochaltar der jungfräulichen Ehre,

Der bald von ihm entweiht geworden wäre.

Doch in dem Augenblicke schoßEi» zischender Schwarm von geschlängelten BlitzenHervor ans der Wände Spalten und Ritzen,

Und donnernd enrkrachte die Thüre dem Schloß.

Der Junker stand vom Zaubcrstabe

Des Schreckens ganz vcrsteint, und sah erst, als die SchaarDer Fenerschlangen verflog, daß Hannchcn, wie im Grabe,Verbleicht und fest umstrickt von einer Ohnmacht war.

Hinabgebeugt zu ihr, von lüsternem Vergnüge»

Bald übermannt und bald vom Mitleid tief gerührt,

Hort' er Gepolter auf den Stiegen,

Al§ kam' ein Reiter galvppirr;

Und sieh, da sprengte so rasch, als ritt er um die Wette,Freund Hütchen auf Martins Esel herauf.

Er spornte das Thier mit strampelnden Beinen zum Lauf,Und jagte so hin zu des Mädchens Bette.

Hier stand der Esel still, erhobDe» rechte» Vvrderfuß und schob

Den Junker von Hannchen weg. Dan» sing er an zusprechen:

Halt ein! Du darfst hier nicht der Unschuld Blumebrechen!

Willst Du, baß dieses Haus, ans dem ich BöseivichtEinst Glück und Freude stahl, auf's Neu' in Thränenschwimme?

O Leopold, kennst Du nicht meine Stimme?

Kennst Deines Vaters Stimme nicht?.