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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Leopold, Ja, ja.

Hannchen. Ein Mädchen kann viel daraus lernen.

Leopold. Das wäre!

Hann chen. Kann daraus lernen, sein Kränzchen wohlzu bewahren, wenn ein stolzer Prinz heranrasselt.

Leopold. Ei, das ist eine gute Lehre. Vor Prinzenmuß sich ein Mädchen hüten.

Hannchen. Es könnt' aber auch heißen;und rasselteso stolz heran, als kam ein reicher Edelmann."

Leopold. Hannchen, Hannchen, wirf mir nicht al?Augenblicke meinen Edelmann vor! Ich verkauf' ihn umeinen Kuß, um einen Handdruck von Dir! «Z-r umarmt sie.)

U ah! und wieder I ah! schallte jetzt plötzlich durch dasGebüsch. Verscheucht fuhren die Liebenden auseinanderund erblickten den Herrn Schulzen, den sein verdammterEsel am Kleide herbeizog. Hannchen sah blutroth insGras und riß ein Hälmchen nach dem andern ab. DerJunker zwang sich zum Lächeln. Martin aber hatte denernsten Blick eines Mannes, der gerechten Unwillen ausSchonung unterdrückt. Er sagte nur kurz und kalt:Hann-chen, geh heim!" und folgte selbst dem weinenden Mädchennach, ohne sich mit dem Junker in einen Wortwechsel ein-znlasscn. Dem ganzen Auftritt sah der Esel mit einer ge-wissen sonderbaren Thcilnchmung zu, und schüttelte bestän-dig den Kopf.

Seitdem hörte Hannchen auf kein zärtliches Stelldichein!mehr. Die Hausbesuche blieben dem Junker zwar nochunvcrwehrt; es waren aber immer zwei Augen zu vieldabei. Er brannte nun je länger je mehr vor Begierde,das Mädchen wieder einmal unter vier Augen allein zusprechen, und kam endlich, da er cs auf keine andere Art