Mein desto übler nahm der Esel die Verspottung seinesHerrin Er warf seine Bürde hastig ab, trat auf dieHinterfüße und spielte den Rittern eben so mit, wie vor-mals den Bauern. Nach einer kurzen possierlichen Bare-rei, worin die Spottvögel eine gute Einnahme von Beu-len, und gar keine Ausgabe dagegen hatten, liefen siedavon, was sie konnten; der Ueberwinder verfolgte sieeinige Aeckcr lang, kam dann von selbst zurück und ließsich seine Säcke so geduldig wieder aufladcn, als ob nichtsvorgefallcn wäre.
Es war auch eine sonderbare Mucke von ihm, daß erden Junker Leopold nicht wittern konnte. Sobald dieserins Haus trat, um mit Hannchen zu kosen, — welchesjetzt nicht selten geschah, — da ward er wild und lärmtefürchterlich im Stalle. Nur dann hörte er auf zu toben,wenn Martin an der Thürc sich zeigte.
In dessen Abwesenheit näherten sich einmal Hannchenund Leopold Hand in Hand, um den Lärmer durch Strei-cheln zu besänftigen. Sic machten aber übel noch ärger.Er stellte sich ungebärdiger als jemals, und schlug undbiß so wüthend um sich herum, daß sie ihn für kollrigund rasend hielten und sich mit Schrecken wieder davonmachten. Erst bei Martins Zurückkunft legte sich sein Zorn.
Leopold ließ sich aber dadurch, daß der Esel ein un-gnädiges Mißfallen über seine Besuche bei Hannchen sodeutlich äußerte, kcinesweges abhaltcn, sie fortzusctzen.Mag er poltern; was kümmerts mich? dacht' er und tän-delte ruhig fort.
Aber mehr im Wege war ihm der Vater seines Lieb-chens. Dieser hatte nach und nach Heller sehen gelernt,und sein Tvchtcrlein oft vor dem Glatteis der Liebe zwi-schen Personen ungleichen Standes gewarnt. Hannchen