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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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So ließ auch das verzagte ThierZum Srall sich willig führen,

Und ohne Widerstreben hierFest an die Krippe schnüren.

Ein aufgestecktes Bündel HeuDient' ihm sogleich zum Schmause;

Dann warf eL sich hin auf die Streu,

Als war' cs nun zu Hause.

Martin war sich selbst unbegreiflich. Er wußte nicht,woher er den Muth genommen hatte, den langöhrigen Un-hold zu bändigen, und konnte nicht cinsehcn, warum erauch in der Folge so wenig Abscheu vor ihm empfand.Es war ihm beinah eine Lust, das Thierchen zu fütternund zu warten. Man muß aber auch dem Esel nachsa-gen , daß er sich alle Mühe gab, sein voriges unsittlichesBetragen in Vergessenheit zu bringen. Er nahm nichtallein mit der geringsten Stallbcwirthung ohne Murrenvorlieb, sondern bezeigte sich auch überhaupt so frommund nachgebcnd, wie alle seine, zur Duldung gcbornenBrüder.

Das veranlaßte Martinen, einen Versuch anzustcllen,ob es ihm auch belieben möchte, sich der gewöhnlichenAmtsverrichtung seines Geschlechts, dem Sacktragcn indie Mühle, zu unterziehen. Die Probe lies trefflich ab.Er trug seine Last so geschickt und ohne Straucheln, alsob er zeitlebens nichts anders gcthan hätte.

Ein einziges Mal schien er in seine vorigen Übeln Lau-nen zurückzufallcn. Er und Martin wandelten eines Ta-ges mit einander zur Mühle, und desselben Weges kamenzwei oder drei Krippenritter, schlechten Andenkens. DieseHerren stach der Kitzel, Martinen zu hohnnecken, der esaber nicht der Mühe werth hielt, ihnen zu antworten.