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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Weiber und Kinder mit, und sagt's auch den übrigenBauern! Die ganze Gemeinde soll heute vergnügt untermeinem Dache sepn. Mein Stübchen ist zwar nicht groß,der geduldigen Schafe gehen aber viel in einen Stall.

Andres. Geduld haben wir gelernt.

Martin. Guter, alter Murrkopf, lerne nun auchZufriedenheit! Leb'indessen wohl, lebt Alle wohl, undvergeht nicht, auf den Abend bei guter Zeit zu kommen.

Alle. Wir werden kommen.

Martin befand sich noch nicht lange zu Hause, so warder auf's Schloß gerufen. Leopold suchte von ihm auszu-sorschen, wie man im Dorfe über den Begräbnißstnrmnrthcilc, der ihm selbst sehr bedenklich schien; allein Mar-tin war zu gutmuthig, die reine Wahrheit zu sagen. Erdachte, wenn cs darauf ankomme, Kränkungen zu vermei-den, scy Lügen wohl erlaubt, und versicherte daher demJunker, daß Niemand das Ungewittcr übernatürlich ge-funden habe.

Das beruhigte Leopolden. Er gab Martinen einigeHütchcnsd'or, mit der Anweisung, das Dorf dafür zu bc-wirthcn, und billigte sehr, daß Jener bereits diesen Ein-fall gehabt hatte.

Zugleich erhob er den Meister Schund auf der Stellezum Schulzen oder Dorfrichtcr. Der gute Mann »ahmdiese Würde, die man vielleicht damals anders nannte,mit fröhlicher Dankbarkeit an, und merkte nicht, daß erblos, wie viele Herren noch heut zu Ta^e, wegen seinerschönen Tochter befördert wurde. Das fiel ihm auch so-gar dann noch nicht ein, als sich Leopold unmittelbar dar-auf sehr angelegentlich nach Hannchens Befinden erkun-digte und ihm einen Gruß an sie mit auf den Weg gab.

Der neue Premierminister des Dorfs ging, um einige