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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
171
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hen Eiche steht ein niedriger Strauch. Der Adler undder Zaunkönig sind Brüder. So ist's auch bei den Men-schen, und so must cs sepn, wenn die Ordnung der Weltbestehen soll. Den» stellt Euch einmal vor, alle Bauernwürden plötzlich vornehme, steinreiche Leute. Wer würdedann noch im Schweiß seines Angesichts den Acker bauenund dreschen wollen? Nicht wahr, der liebe Niemand?Ihr bedanktet Euch gewiß sanunt und sonders dafür, undschlieft lieber auf Euern Faulbcttchcn! Nun seht, auf dieseWeise ginge die Welt zu Grunde, und wir müßten beialler unserer Herrlichkeit verhungern, da nun einmal keinBrod mehr vom Himmel fällt.

Caspar. Marti» hat Recht.

Andres. Ei, wer lauguct das? Es ist nur schlimmfür uns, daß just wir zu Plackthieren geboren sind.

Martin. Eben weil wir dazu geboren sind, läßtstch's nicht ändern, und wir thun klug, wenn wir unsgeduldig drein fügen. Bei allem Kreuz und Elend, dasich in der Welt ausgcstandcn habe, sprach ich immer zumir selbst: Habe Geduld, Alter, cs kann nicht ewig dauern !Laß cs nun auch bis an dein Ende so fortgehcn, in je-nem Leben wird's gewiß besser. Das, liebe Leute, warder Trost, der mich bisher aufrecht erhalten hat. Dennich denke mir den Vater im Himmel so gut und gerecht,daß er uns dort die Freuden ersetzen wird, die er unshier nothwendig entziehen mußte.

Andres. THs klingt Alles recht schön; aber ehe wirdahin kommen

Martin. Wird uns unser neuer Herr das Leben er-träglich machen. Ihr seht ja, daß er ganz anders denkt,als sein Vater Wie wär's, wen» wir auf den Abendseine Gesundheit tränken? Kommt Alle zu mir, bringt