Hütchen. Nun, ich werde scharf Achtung geben. Wen-dest Du meine Spenden gehörig an, so sollen mehrerefolgen; denn ich bin, ohne Ruhm zu melden, ein bischenreich. Leb' indessen wohl, bis auf Wiedersehen! (Cr ver-schwindet.)
Mit der Morgenröthe ging Leopold von Haus zu Hausund verspendcte reichlich die Goldstücke des unterirdischenMünzers. Ucberdicß versprach er den Untcrthanen ein Frei-jahr von Abgaben und Frohndiensten. Die Freude derArmen war allgemein, war unaussprechlich. Die Gegend,wohin ihn sein Herz am stärksten zog, betrat er zuletzt.Mit Vorbedacht ging er erst am Ende seiner wohlthätigenWanderung in Martin's Hütte, um sich nicht auf's NeueHütchcn's Schraubcreien auszusetzen.
Man empfing ihn, als ob ein Engel erschiene. Hann-chcn sagte, sie habe auf seine» Betten wie im Himmelgeschlafen. Die artige Schmeichelei, die er entgegnet ha-ben mag, findet man in der Geschichte nicht aufgezcichnct.Sic erzählt aber, daß sich hier tiefer, als irgendwo, seineHand im Goldseckcl verirrt habe.
Der übrige Thcil des Tages verfloß unter Anstaltenzum Bcgräbniß. Abends ward wieder zur Erholung einLustgang bei Mondenlicht gemacht. Er versprach sich'sselbst, dießmal nirgends einzukehren; das Halten fiel ihmaber unmöglich. Ein noch flimmerndes Lämpchen aus Mar-tin's Fenstern war der Leitstern, dem er unwiderstehlichfolgen mußte.
Er fand das Mädchen allein. Die Unterhaltung fing,sich von beiden Seiten sehr schüchtern an. Nach undnach gewann sie mehr Leben. Es ward ein Handdruck,und zur guten Nacht sogar ein Kuß gewagt. Ein Um-stand, den Hannchcn allein verschwieg, als sie ihrem zu-