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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
166
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Leopold. Du irrst Dich, alter, spaßhafter Freund!

Hütchen. Geh, geh! Die Röthc Deiner Wangen zeugtwider Dich.

Leopold. Fängst Du es aber nicht recht darauf an,mich roth zu machen? Du scheinst selbst Empfindungengegen die Tochter der Erde zu hegen.

Hütchen. Ha, ha! Ich wäre ein possierlicher Liebha-ber! Doch wir wollen jetzt davon abbrechcn. ErinnerstDu Dich, daß ich Dir als Kind einmal Kirschen in einemsilbernen Körbchen brachte?

Leopold. Recht wohl. Ich trug sic zu meinem Vater.

Hütchen. Der gab Dir die zwei kleinsten davon,schmaußte die übrigen und verwandelte das Körbchen inklingende Münze, wofür er ein Faß Wein kaufte. Ihmaber hatte ich mein Geschenk nicht bestimmt. Darum rächteich mich auch den folgenden Tag, und spielte ihm stattdes goldenen Pflaumenkörbchcns, nach dem er so begieriggriff, einen Strohwisch in die Hand. Besinnst Du Dichnoch?

Leopold. Vollkommen.

Hütchen. Nun sich, dieses Körbchen habe ich Diraufgehoben. (Er zieht es, mir Grasstücken licsüllt, unter demMantel lierrmr). Die Kirschen haben sich indessen in Goldverwandelt, und gewähren hundertfachen Ersatz für Deinegestrigen Geschenke. Laß' aber Deine Freigebigkeit nichtimmer denselben Weg nehmen, sondern sie auch die übri-gen Hutten Deiner Dörfer besuchen. Sie wird überallleere Wände finden, denn Herr Wenzel war ein Mei-ster im Ausräumen.

Leopold. Ich danke Dir, guter Geist! O wie willich nun das Elend meiner Unterthanen mindern, wie wohl-thätig will ich seyn!