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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Leopold. Unglücklicher Mann! Wo ich bei Euch Hin-blicke, sehe ich Mangel. Das Stroh dort im Winkel

Martin. Ist mein Lager.

Leopold <j» Hannchen). Und Du, liebes Mädchen,schläfst auch nicht weicher?

Hannchen. Wie könnte ich? Im Kämmerchen obenhabe ich ein ähnliches wohlfeiles Bett. Auch wünsche ichnicht einmal eine Bequemlichkeit, die mein Vater entbeh-ren muß.

Leopold. Gute Seele, Du wärst eines bessern Schick-sals wcrth! Es ist wahr, Martin, Euch mangelt viel;aber Ihr habt einen großen Schatz, eine brave Tochter.Ich muß sie wegen ihrer Gutmüthigkeit und kindlichenLiebe, die sie heute bewiesen hat, in's Angesicht loben.

Hannchen. O das verdiene ich nicht. Ich erfüllteja nur meine Schuldigkeit.

Leopold. Du hast Recht. Aber hundert Andere hät-ten sie mit mehr Gleichgültigkeit und Kälte gcthan. Hie-rin liegt der Unterschied.

Martin. Sie sind zu gütig. Doch wahr bleibt wahr:Ich habe ein gutes Kind. Wie gern wollte ich abschei-den aus diesem Jammerthal, wenn ich mein Hannchenversorgt wüßte!

Leopold. Ucberlaßt das der Zeit und dem Himmel!Was ich thun kann, sie glücklich zu machen und den RestEurer Lebensjahre zu versüßen, soll gern geschehen. Ihrhabt viel gelitten, armer Mann! Vergeht das Vergangene,und hegt weiter keinen Groll gegen den Urheber EurerLeiden! Er war verführt, von niederträchtigen Buben ver-führt, die meine Schwelle nie betreten dürfen. Fürheute lebt wohl! Geht aber nicht gleich schlafen; ich habe