Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

-°-§> 189 O-->-

Leinenzeug gab zum GewändeIhr die F^and der Armuth nur;

Doch kein Mädchen ward im LundeSo beschenkt von der Natur.

In der Unschuld Silberschleier,

Der des blauen AugeS Feuerllnzcrrissen noch umfloß,

Eilte sie getrost auf's Schloß.

Schluchzend warf sic da sich nieder.Leopold erhob geschwindSie mit sanfter Frage wieder:

Was begehrst Du, liebes Kind?«Meinen Vater!" rief Johanne,

Der im strengsten KerkcrbanneNun schon über Jahr und TagWie ein Dieb und Mörder lag.

Ach, entledigt ihn der Kette»,Schmiedet mich dafür hinein!

Ich will gern, um ihn zu retten,

Ewige Gefangne scyn.

Sonst kann ich im Blut und LebenNichts zum Löscgclde geben.

Nehmt eS an und schenket mirSeine Freiheit nur dafür!"

Der bewegte Jüngling blickteHannche» an mit Lieb' und Huld:Kind, am Kummer, der Dich drückte,Hab' ich, wie Du weißt, nicht Schuld.Meinem Herzen war' eS Schande,

Löst' ich nicht des Elends BandeGern und willig, wo ich kann.

Er sey frei, der arme Mann!"

Heißer Thränendank und FliegenZu des Vaters KerkcrthürWar, im Taumel von Vergnügenlind Entzücke», Eins bei ihr.