freundlich, und fanden Braten und Wein so appetitlichund wohlschmeckend, als ob sie nie an demselben Orte denUebelgeschmack von Hundcbiffen und Peitschenhieben em-pfunden hätten.
Tausend schändliche, himmelschreiende Handlungen wä-ren nun noch zu melden. Allein wir wollen so schnellwie ein Reisender aus einer rauhen, unwirthbaren Ge-gend darüber hinwegeilen.
Seit Ludwig's des Eisernen Tode war ein schrecklichesJahr für Wcnzel's llnterthanen verflossen, als Dieser einesTages auf die Jagd ritt. Dießmal schien er an Grau-samkeit gegen Menschen und Thicre sich selbst zu übertrcf-sen. Er schlug blindlings unter die Wildtrciber, spornteblutig, ohne Noth, seinen willigen Gaul, und sprengtewie toll über die Saatfelder zum Walde.
Hier aber stand der Gränzstein seiner Unthaten, hierlauerte der Tod auf ihn. Sein ermattetes Roß bliebmit dem Hufeisen an einer Baumwurzcl hängen und stürzteso fürchterlich mit ihm zusammen, daß er das Genick brachund im Augenblick seine schwarze Seele aushauchte. Seinnachcilcndes Gcfolg fand ihn schon todt.
Ein reitender Bote meldete diesen Vorfall dem Sohnedes Verunglückten. Leopold beweinte den Erblaßten alsSohn; als Mensch konnte er es nicht. Der edle Jüng-ling hatte zwar immer den Vater geehrt, aber den Un-menschen heimlich verabscheut.
Die Todcspost lief nun auch wie ein Lauffeuer durch'sDorf, und den Jubel, den sie erregte, kan» man sich den-ken. Freunde und Nachbarn traten zusammen, drücktensich die Hand und riefen laut: „Gott sep gelobt! Wir sinderlöst!" Indem ward die Leiche vorbeigcfahrcn.