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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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schützer. Könnt Ihr nicht leben, ohne Dauernblut zusangen, so räumt mein Land! Ich gestatte, beim allmäch-tigen Gott, keine Tyranneien mehr! Was geschehen ist,sey vergessen und vergeben! Aber, so wahr ich Ludwigheiße, den Ersten von Euch, der sich wieder dergleichenMißhandlungen der Menschheit erlaubt, den will ich, zumSchrecken Aller, so empfindlich züchtigen, daß er das Kum-mcrlcben seines ärmsten Bauers beneiden soll!"

Ucbcr diese Rede staunten die Ritter nicht wenig. Ineinem solchen Tone hatte der Landgraf noch mit Keinemvon ihnen gesprochen. Endlich nahm Wenzel das Wort.Herr Landgraf, sprach er trotzig, ich verfahre mit meinenUnterthanen nicht schlimmer, als ich Fug und Macht habe.Wäre es aber auch, so würde ich doch nicht Euch, son-dern blos kaiserlicher Majestät darüber Rede stehen."Ja,riefen Alle: nur dem Kaiser sind wir Antwort schuldig!" Hierauf stürmte der ganze Haufe unter Anführungdes Sprechers die Treppen hinab, und eilte auf fliegendenRossen aus Naumburgs Thoren, ehe des Landgrafen Be-fehl, die Rebellen zu verhaften, ausgcführt werden konnte.

Wenzel tobte wie ein Besessener bei der Rückkunft aufseine Burg. Er hatte schon vor dem Verhör den Zusam-menhang der Geschichte von einem vertrauten Höfling desLandgrafen herausgelockt, und stieß dcßhalb die schrecklich-sten Verwünschungen gegen seinen Ankläger, den armenMartin, aus.Werst den Hund in Ketten und schlepptihn her!" brüllte er zu seinen Dienern, und es geschah.Wie ein Tiger auf den Raub, stürzte er sich über denGefangenen, und labte seine Rachgier durch Mund undStock. Alsdann befahl er, den Elenden in den tiefstenSchloßkerker zu werfen, wo ihn weder Sonne noch Mondbescheine. Vergebens flehte Martin um Gnade z vcrge-