werden sollt! Nun sagt an, wann und wo wäre derLandgraf härter zu wünschen?
Martin. Ei, geht mir mit Euern kitzlichen Fragen!Doch — ich will antworten. Erzählt Ihr eS auch EuermHerrn wieder, so kann ich doch darauf leben und sterben,daß ich Wahrheit gesprochen habe.
Der Fremde. Das ist brav! Nur weiter!
Martin. Ihr kennt das gute Herz des Landgrafen.Mit der ganzen Welt meint er cs wohl und thut keinemKinde Leid. Nun schließt der brave Herr von sich aufAndere, und denkt, die Gewaltigen in seinem Lande ma-chen es auch so. Da irrt er sich aber sehr.
Der Fremde. Also die Edclleute, Näthe und Beamte
— denn darunter versteht Ihr doch wohl die Gewaltigen?
— drücken das Volk?
Martin. Nennt's, wie Ihr wollt! Sie verfahrenfreilich nicht säuberlich mit uns armen Geschöpfen. Abga-ben und Frohndienste haben kein Ende. Man wird seinesLebens nicht' froh.
Der Fremde. Und Euer Herr?
Martin. Verzeiht mir, daß ich hierauf nicht ant-worte, eben weil er mein Herr ist.
Der Fremde. Antwort genug! Hier nehmt! <Ergibt ibm einige Geldstücken Lebt wohl, ehrlicher Martin!Ihr habt den Landgrafen selbst beherbergt und sollt baldmehr von mir hören.
Hiermit schwang sich der Landgraf (denn er war cswirklich selbst) auf sein Roß , das er unter diesem Gesprächemit Martin's Hülfe gesattelt und gezäumt hatte, undsprengte davon.
Der ehrliche Schmied fiel gleichsam aus den Wolken,starrte mit offnem Munde dem Fürsten nach, und war so