Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

-->§> 147

für ihn zugerüstete Lager. Man hatte zwar ein reinesTuch darüber gebreitet; dennoch stachen die unhöflichenStrohhalmen so empfindlich durch, daß der arme Herr dieganze Nacht kein Auge schließen konnte.

Höchst erwünscht war cs ihm daher, als er den Mor-gen grauen sah und seinen Wirth den Blasebalg handha-ben hörte. Ihn belustigte das Gemisch von Geschäften,das Martin trieb. Jetzt sang er einen Vers aus einemMorgcnliede, fluchte dazwischen auf seine Leute, die nichtaufstchen und auf Feuer und Kohlen, die nicht geschwindgenug in Gluth kommen wollten, und dann sang er wie-der andachtiglich. Endlich brachte er einen Stab Eisenauf den Ambos und brummte bei jedem Hammcrschlage:Landgraf, werde hart! Landgraf, werde hart!"

Der Fremde horchte hoch ans. Martin fuhr fort, denLandgrafen hart zu hämmern, und ließ nicht eher nach,bis der Passagier aus seinem Kämmerlein trat.

Der Fremde. Guten Morgen, Martin! Ist der Land-graf bald hart?

Martin. Meiner cauf den Snciisidb zeigend) ist'snun genug. Wollte Gott, Eurer wäre auch so!

Der Fremde. Seltsamer Wunsch, einen harten Für-sten zu haben!

Martin. Zu rechter Zeit und am rechten Orte hartseyn ist eine köstliche Sache. Doch verzeiht, es geziemtmir nicht, davon zu sprechen. Ich wünschte, daß Ihr meineinfältiges Selbstgcschwätz gar nicht gehört hättet. Dennso Ihr mich bei dem Herrn Landgrafen vcrrathet, kannich darüber in Strafe kommen.

Der Fremde. Deswegen sepd unbesorgt und redetfrei von der Brust! Ich verspreche Euch als ein Bieder-mann, daß Ihr über kein Wort zur Rechenschaft gezogen