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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Einen Wüstling ans Befehl zu minnen,

Ging der sanften Mädchenseele nah.

Nur die Hoffnung, cinft ihn zu gewinnen,

Daß er bester werde, sprach das Ja.

Mächtig wirken schöner Seelen Bitten,

Wenn ein schöner Mund sie zärtlich spricht;Dieses Fcli'enmanneS rauhe SittenWichen nur dem holden Zauber nicht.

Bald, ach bald war nach der HochzcitfeierSeiner Lüste Fackel ausgebrannt,

Und nun hätte gern bas UngeheuerWeit von sich daö gute Weib verbannt.

»Fort, Du Närrin!" brüllt' er oft der ArmenWild entgegen, wenn sie zu ihm tratUnd mit süßen Worten um ErbarmenFür gequälte Unterrhancn bat.

Ihre Taubenseele zu erschüttern,

Niß er sie zu grauser Thaten Schau,

Und verhöhnte vor den KrippenritternDie Empfindungen der edeln Frau.

Wie ein Dolch dnrchschnitt sie jedes Leiden,Das sie in deS Dorfes Hütten fand.

Hungrige zn speisen, Nackende zu kleiden,

Ward ihr ganzes Nadelgeld verwandt.

Eigne Noth entpreßt' ihr keine Klage.

Nur im Stillen seufzte sie gelind:

Kindlein, das ich unter'm Herzen trage,

Werde wie Dein Vater nicht gesinnt!"

Sie gebar, nach einer Nacht voll Schmerzen,In dem zehnten Ehmvnd einen SohnDoch bevor sie noch das Kind am HerzenWiegen konnte, war ihr Geist entflvhn.