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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Das kaltherzige Betragen dieser Bursche kränkte Wen-zeln tief und machte cs ihm etwas leichter, ihre Gesell-schaft zu entbehren. Sie ließe» sich nun auch eine ganzeWoche lang in seinem Schloßhosc nicht blicken, weil siebei einem andern wohlhabenden Ritter gute Schnabclwcidegetroffen hatten.

Indessen fuhr der Neubekehrte fort, seine Unterthanenmenschlich zu behandeln, und ward nicht allein von ihnenbis in den Himmel erhoben, sondern auch alle Nächte vonFreund Hütchen mit Lobsprüchen überhäuft. Der guteGnom trat jetzt, zum Zeichen der völligen Aussöhnung,sein ehemaliges Amt als Hausknecht wieder an und wardem Gesinde, das freilich anfangs vor ihm erschrack, einwillkommener Gehülfe.

Unser Junker wäre nun mit sich und der ganzen Weltzufrieden gewesen, wenn ihn nicht der Wurm Langeweilegenagt und neue Sehnsucht nach dem Umgänge mit sei-nen lustigen Kompancn erweckt hätte. Reiten und Jagengewährte ihm ohne Begleiter kein Vergnügen, und dienächtlichen Unterhaltungen mit dem Schwarzmantel warenihm mehr lästig, als angenehm.

Eines Morgens, als ihn eben die Einsamkeit seinesZimmers am schwersten drückte, sprengten Reiter in denHof, und siehe da, die säubern Mittagsvögel zogen wie-der ein. Sie waren von dem Edelmanne, der ihnen seitWenzcl's Ercmitcnschaft Atzung gereicht hatte, wegen ihrertäglichen Zudringlichkeit fortgcscheucht worden, und kehr-ten nun auf ihren vorigen Futtcrplatz zurück. Mit derscheinbarsten Theilnahme fragten sie jetzt nach des Herrnvon Tollenstcin Gesundhcitsumständen. Der Thorwärtersang das alte Lied, der Herr sep immer noch krank. Die-ser aber strafte ihn auf der Stelle Lügen, indem er hastig