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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
132
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für danken, daß ich hier in den Flammen eines Fiebersschwitze, das mich verzehren wird?

Hütchen. O, diese Flammen sind kühl gegen jene,die Dich einst jenseits des Grabes nmlodern werden, wennDu nicht bald durch gänzliche Sinnesänderung für dasHeil Deiner Seele sorgst! Der Tod wird noch viele JahreDeine Schwelle vorübergehcn und Dir Zeit dazu lasten.Wohlan, wirf Dich in die Arme der belohnenden Tugend!Schweife nie wieder außer den Schranken guter Sitten!Scp barmherzig gegen Deine Unterthanen! Sie sind Deineärmern Brüder! Brauche Deine Gewalt nicht zur Unter-drückung, sondern zum Wohlthun! Und denke fleißig anden Tod, der mit einem Striche seiner Hand die Ahnen-tafel auslöscht, und Bettler und Fürsten gleich wacht!

Wie ein Wölkchen verschwand jetzt der kleine Sitten-prediger , und Wenzel sah in tiefen Gedanken starr ansden Platz, wo er gestanden hatte. Ihm war leichter umsHerz und mit jeder Minute fühlte er sich gesünder. Dergute Gnom hatte zur ersten Freundschastsprobe sein Fie-ber hinwcggenommcn und ihm einen sanften Schlummerzugcsandt, von dem er erst spät am Morgen wie neuge-boren erwachte. Mit ruhigem Blick übersah er nun dieBegebenheiten der letzten Nacht, und beschloß ernstlich, diedoppelte Geisterwarnung nicht in den Wind zu schlagen.Deßhalb befahl er seinen Dienern, den Frohnarbcitern so-gleich für diesen Tag Feierabend anzukündigen und allefremden Besuche mit der Entschuldigung, daß er kranksey, abzuweisen.

Der erste Befehl ward vollzogen. Die Bauern jubel-ten; aber der Frohnvogt schüttelte mürrisch den Kopf undverbot ihnen, nicht von der Stelle zu gehen, bis er selbstmit dem Junker gesprochen hätte. Seine Gegenvorstcl-