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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Erlaß und Nachsicht seine Renten schmälern, »nd dannans den unseligen Gedanken kommen, eine Schussel weni-ger anstragen zu lassen. Jeden tollen Streich, der ihmdurch den Kopf fuhr, priesen sie als einen glücklichen Ein-fall, und halfen ihn ausführen. Dem Wüstling that cswohl, so gefällige Freunde um sich zu haben, und er warnicht undankbar gegen sie. Ein unversiegendcr Wcinstromrann aus seinem Keller über die durstigen Lippen desfnchsschwänzendcn Gesindels, und der Herr Wirth vergaßsich selbst so wenig dabei, daß er gemeiniglich bei Anbruchdes Morgens nebst seinen Gäste» sinnlos unter dem Tischehcrvorgczogcn und zu Bette getragen werden mußte.

So vergeudete er jeden blutigen Heller, den er in sei-nem Gebiet erpreßte. War es zuweilen ganz ansgesaugt,dann wußte er sich weiter zu helfen. Er griff zum Fanst-nnd Kolbenrcchte, und füllte seinen Seckel durch Wcgela-gernng und Straßenraub. Ein löblicher NahrnngSwcg,der jetzt zum Nabenstcine führt, den aber viele Ritter derVorzeit ungestraft und ohne Schamrölhe betraten.

Einst gegen Mitternacht hielt Wenzel zu Roß mit zweireisigen Knechten im Walde, weil er Kundschaft hatte, daßein begüterter Kaufmann, dem er schon längst anflaucrtc,die nahe Heerstraße bereisen würde. Sie lauschten, spra-chen kein Wort, und der ganze Forst war rings herumstill und öde.

Urplötzlich rauscht' cm Schwarm von Eulen,

Hnrr! über ihre Kopfe hin.

Im nahen Strauch begann'« zn henlc»

»nd Kette» rasselten darin.

Die Ränder horchten auf und klappte» mit den Zähnen,Von TodcSfchrecken kalt dnrcharanst;

Ans die empvrgcstränbtcn Mähnen

Der Rosse fiel der Zanm ans ihrer starren Faust;