-O-A 123 Go
Und hussoh! cmf des Wildes SpurGing'S über Wies', und Saat,
Wo alle» Segen der NaturDer Rosse Huf zertrat.
Man denke sich die Empfindungen der armen Leute!Sie lnußtcu nicht allein die dringendsten Arbeiten ihrereigenen Wirthschaft versäumen, um des Junkers Hunde zuführen, sondern auch ihre blühenden Fluren verwüsten sehn.Mit nassen Augen standen sie dabei, wagten aber nicht,um Verschonung zu bitten. Wehe dem, der cs that! DerJunker schlug ihm die Peitsche um den Kopf, tummeltesein Noß desto wilder, und trieb es so lange, bis keinHalm des Feldes mehr aufrecht stand. Wenn er cs dabeibewenden ließ, war er bei guter Laune. Ost wurden dieUnglücklichen in's Burgverlicß geworfen, damit sie dortunter Schlangen und Molchen bei Wasser und Brod Zeitund Muse hätten, die Verwegenheit ihrer Bitte zu bereuen.
Doch, was sage ich bei Wasser und Brod? Diese ge-wöhnliche Strafkost der Gefangenen war es ihnen nicht,weil ihre tägliche Nahrung darin bestand. Konnten sie cseinmal an einem Festtage möglich machen, sich mit einemGerichte Fleisch und einem Kruge Dünnbier gütlich zuthun, so mußten sie diese Leckerei heimlich und bei ver-schlossenen Thürc» genießen. Sobald ihr gestrenger Herreinen Schornstein rauchen sah, oder seine Lauerer undSchnüffler einen so armseligen Schmaus witterten, dannward gewiß die Mahlzeit der armen Leute durch eindrin-gende Schergen gestört, die ihnen unter dem Vorwandschuldiger Steuern und Zinsen das unentbehrlichste Haus-und Ackergeräth abpfändcten.
So nachdrücklich aber Herr Wenzel auf diese Weise dieTugend der Mäßigkeit lehrte, so wenig gefiel es ihm, sie