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Krieg, Herr König, Krieg! Und meine Losung ftp: Glei-ches mit Gleichem."
Die Königin war ein junges, schönes, herrliches Weib,und es ist zu bedauern, daß sie nicht eine Deutsche warund in unser» Tagen lebte, weil ihr dann gewiß derHerr Gallericinspektor, Geißler der jüngere, einen Ehren-platz in seiner Gallerie edler deutscher Frauenzimmer an-gewiesen und ihren Schattenriß, wo nicht auf die Nach-welt, doch wenigstens in einen Krämerladen gebracht hätte.
Seit sich der Graf von der Untreue seiner Gemahlin— deren Reize Lberdieß die Kraft der Neuheit für ihnverloren hatten, — überzeugte, wurden die Vollkommen-heiten der Königin ihm immer Heller und Heller, und erwar ganz mit sich einig, daß bei diesem Tausche mehr zugewinnen, als zu verlieren ftp.
Aber wie die Sache anfangcn? Das war der Haupt-knoten. Ihn durchzuhaucn und mit einer unvorbereitetenLiebeserklärung gegen die Königin hervorzutretcn, warkitzlich. Sicherer schien ihm der Weg, ihr vorher in einemnamenlosen Briefe die Ausschweifung des Königs zu ent-decken.
Er that cs. Leichter Sinn und froher Muth warenvorzügliche Bcstandtheile ihres Charakters. Die Nachrichtvon der Galanterie ihres Gemahls brachte sie weder umAppetit noch Schlaf, und hatte die einzige, allerdings sehrglückliche Wirkung, daß sie den Grafen, über den sonstihr Blick unter dem Getümmel der übrigen Hofleutenur flüchtig wegglitt, von nun an schärfer in's Augefaßte, weil er ihr, als der Gatte ihrer Nebenbuhlerin,wichtiger geworden war. Sie sah einen jungen, blühen-den Mann, dessen Gestalt eine Vergleichung mit dem Kö-nige sehr wohl aushalten konnte; und fand in einer vier-