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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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diget, und mir heute sogar einen höchst strafbaren Antraggcthan."

Der Graf schüttelte mit zweifelnder Miene den Kopf.

Sie glauben mir nicht?" fuhr die Gräfin fort.Auchdas Hab' ich voraus gesehen, und in der Absicht, Sie zuüberzeugen, dem Nichtswürdigen eine nächtliche Zusam-menkunft, die er sich ausbat, versprochen. Er wird michauf den Abend um zehn Uhr im Gartensaal erwarten.Wollen Sie nun Ihren lieben Getreue» ganz kenne» ler-nen, so hüllen Sie sich in meinen Nachtmautel und gehenan meiner Statt hin. Er hält Sie im Dunkeln zuverlä-ßig für mich, und beträgt sich gewiß so, daß Sie ihn ste-henden Fußes aus dem Hause jagen werden."

Der schwache Graf, der einen höheren Rang unter denKörpern, als unter den Geistern hatte, fand nach undnach die Sache wahrscheinlicher, und ließ sich endlich auchzur Verkleidung bereden.

Als nun heran im SternenkleideDer Abend schlich,

Warf er ein Mäntelchen von SeideBehend um sich;

Ein Hütchen, welches Federn ziertenVom Vogel Strauß,

Und Sammtpanröffelchen ftaffirtenIhn vollends aus.

Indem er, so geweiht, den GartenHinunter ging.

Sah er vvn fern im Saal schon wartenDen Kämmerling.

Da stieg zwar Wuth ihm in die Krone;

Doch faßt' er sich

Und rief im zartsten Madchentvne:

»Herz, find ich Dich?«