Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

-»D 12 Oo-

Armen, die er immer, wie ein Krebs seine Schccrcn, nachihr ausstreckte, so oft sie konnte; dagegen machte sie ihmzu einem gesellschaftlichen Schläfchen Hoffnung, und ver-langte bloß, daß er vorher baden solle. Dieser Auf-schub war ihm höchst ungelegen, und er erschöpfte ganzden Quell seiner Bercdtsamkcit, sie von dieser seltsamenGrille abznbringen. Allein sie öffnete die Thür einer Kam-mer, zeigte ihm darin eine mit Wasser schon «»gefüllteWanne, und erklärte kurz und rund, daß er sich keineRechnung machen dürfe, nur eine Sekunde an ihrer Seitezu liegen, wenn er nicht zuvor ein halbes Stündchen indiesem Bade verweilt habe.

Was war zu thun? Er mußte zum bösen Spiel einegute Miene machen und sich bequemen. Nun verließ ihndie schöne Jägerin, um ihrem Manne, der nicht auf derJagd, sondern heimlich im Hause war, die Lage der Sachezu berichten.

Vergnügt schlich der Förster am Arme seines treuenWeibchens auf den Zehen heran und belauschte den ge-zwungenen Badegast durch's Schlüsselloch.

O wunderschöne Naritat:

Nackt wie ein Fröi'chlein in der Pfütze,

Saß in der Wanne Schoos die schwarze Majestät,ttmwafferr dis zur Nasenspitze.

Indem nun der Schulmonarch recht lustig plätscherteund sogar sein ehrwürdiges Haupt nntertauchtc, gab derJäger seiner Frau, die einige Schritte zurück stand, einenWink. Sie flog herbei, donnerte schrecklich an die Kam-merthürc, und rief mit ängstlicher Stimme:Um's Him-mels Willen, Herr Schulmeister, retten Sie sich! Ein bö-ser Geist führt meinen Mann schon wieder zurück! Erspießt Sie an den Hirchfänger, wenn er Sie findet. Stei-