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25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
936
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Gefühl empfinden kann. Sie mag deßhalb als ein Bild denzahlreichen Künstlern annehmbar sein, welche fich seit Kurzemin der Erschaffung und Erhaltung der drittischen Malerschuleausgezeichnet haben.

.Genug ist erzählt und gesungen worden über den streiti-gen Boden der Grenze zwischen Schottland und England,um die Gewohnheiten der Stämme, welche vor der Vereini-gung beider Länder dieselben bewohnten, den meisten EurerLeser bekannt zu machen. Die rauhen und finstern Züge ih-res Charakters wurden oft durch ihre Anhänglichkeit an dieschönen Künste gemildert, wodurch das Sprüchwort entstand,auf der Grenze habe jevcs Thal eine Schlacht, und jederBach ein Gedicht. Ein rohes Ritterthum war gewöhnlich,und Einzelkämpfe boten eine Vergnügung während der we-nigen Zwischenräume von Waffenruhe, welche die Uebungdes Krieges gestattete. Das Vorherrschen dieser Gewohnheiterhellet auch auS folgendem Vorfall.

Bernard Gilpin, der Apostel des Nordens, der Erste, wel-cher es unternahm, die protestantische Lehre den Grenzbewoh-nern zu predigen, erstaunte einst, als er beim Eintritt in eineKirche einen Stahlhandschuh über dem Altäre hängen sah.Auf seine Frage nach der Bedeutung eines an so heiligemOrte unziemlichen Symbolcs, benachrichtigte ihn der Küster,der Handschuh sei derjenige eines berühmten Schwertkämpfers,der ihn dort als Zeichen einer allgemeinen Herausforderungfür Jedermann aufgehängt habe, welcher das verhängnißvolleZeichen herabnehmen wolle.Ueberrcicht es mir," sagte derehrwürdige Geistliche. Der Küster und der Todtengräberlehnten das gefährliche Anerbieten ab, und der gute BernardGilpin mußte den Handschuh mit eigenen Händen wegnehmen,indem er den Anwesenden seinen Wunsch aussprach, demKämpfer zu sagen, daß Er und kein Anderer sich in den Be-sitz dieses Pfandes der Herausforderung gesetzt habe. DerSchwertkämpfer schämte fich aber ebenso, Bernard Gilpin ent-gegenzutreten, als die Kirchendiener Bedenken getragen hat-ten, das Zeichen der Herausforderung hinwegzunehmen.

Die Zeit der folgenden Erzählung fällt in die letzten Jahre derRegierung der Königin Elisabeth, und die Ereignisse geschahenin Liddesdale, einem hügeligen und zur Viehzucht benutzten