Buch stand ein Menschenschädel; am meisten aber war denSchwestern ein großer, breiter Spiegel auffallend, welcher denganzen Raum hinter dem Altäre ansfülltc und von den bren-nenden Fackeln erleuchtet, das Bild der geheimnißvollen, vordenselben liegenden Gegenstände znrnckwarf.
Der Maestro stellte sich alsdann zwischen beide Damen,, wies auf den Spiegel und nahm jede bei der Hand, ohnejedoch eine Sylbe zu reden. Sie blickten starr auf den glän-zenden und dunklen Raum, worauf er ihre Aufmerksamkeitgewandt hatte. Plötzlich bot die Oberfläche eine neue undwunderbare Erscheinung. Sie zeigte nicht länger das Bildder vor ihr befindlichen Gegenstände, sondern Gegenstände be-gannen innerhalb des Spiegels zum Vorschein zu kommen,als ob derselbe eine besondere Ansicht enthalte; zuerst erschie-nen die Dinge in ungeordneter, unbestimmter, gemischterWeise, als entstehe Ordnung aus einem Chaos; zuletzt zeig-ten sich deutlich und bestimmt deren Form und Ebenmaß.Nach einigem Wechsel des Lichts und der Dunkelheit auf derFläche des wunderbaren Spiegels ordnete sich von beidenSeiten eine lange Perspektive von Bögen und Säulen, undein gewölbtes Dach erhob sich auf dem oberen Theil dersel-ben; nach vielen Schwingungen erhielt die ganze Vision einenbestimmten und bleibenden Charakter; es war das Innereeiner fremden Kirche. Die Pfeiler waren stattlich und mitWappenschildern behängt, die Bögen hoch und prächtig, derFußboden mit Grabschriften bedeckt. Es fanden sich aberkeine abgesonderte Kapellen; man sah weder Bilder noch aufdem Altäre einen Kelch oder ein Kreuz; es war somit eineprotestantische Kirche auf dem Fcstlande. Ein Geistlicher mitdem Genfer Predigcrrock und Hcmdkragcn stand am Com-mnniontische; die Bibel war vor ihm aufgeschlagen und sein