um den sündhaften Mann über seine leidende Frau zu stellen.Einige nannten dieselbe ein ärmliches, schwaches Ding, underklärten, daß sie mit einigem Muth ihrer Schwester einenjeden Sir Philip zur Vernunft hätte bringen können, undwäre es der Zänker Falconbridge in eigener Person. Dergrößere Theil ihrer Bekannten stellte sich aufrichtig und sahFehlcr auf beiden Seiten, obgleich in Wirklichkeit nur einUnterdrücker und eine Unterdrückte vorhanden waren- DerInhalt solcher Kritiken war alsdann etwa folgender; „Sicher-lich wird Niemand den Sir Philip Forester rechtfertigen; wirkennen ihn ja aber sämmtlich, und Zemmie Falconer mußtealso vorher wissen, was sie von ihm zu erwarten hatte.Warum hat sie ihren Kopf auf Sir Philip gesetzt? Er würbesie niemals angesehen haben, hätte sie sich mit ihren ärmlichen10,000 Pfd. ihm nicht an den Hals geworfen. Sicherlich hater seinen Markt verdorben, wenn er Geld brauchte; bei derund der wäre cs ihm weit besser gegangen — wenn sie aberden Mann durchaus haben wollte, so mußte sie auch den Ver-such machen, ihm sein Haus angenehmer zu machen; seineFreunde öfter einladcn, und ihn nicht mit Kindergeheul pla-gen, und Sorge tragen, daß Alles hübsch und nett im Hausewäre. Ich bin überzeugt, Sir Philip würde einen sehr häus-lichen Ehemann abgegeben haben, hätte er eine Frau bekom-men, die ihn zu führen verstände."
Diese Kritiker des schönen Geschlechtes hatten bei Errich-tung ihres tief erdachten Baues von häuslichem Glück nurden Umstand vergessen, daß der Schlußstein dabei fehlte; hättenämlich gute Gesellschaft dort gut bewirthet werden sollen,so hätte Sir Philip die Mittel hergeben müssen; das durchVerschwendung geminderte Einkommen desselben genügte abernicht für die verlangte Gastfreundschaft, während es zugleich