während ihres Lebenslaufes zeigen. Ihr könnt keinen Sterb-lichen aufweisen, welchen nicht Leidenschaften und Vorurtheilefortwährend von dem Wege ablenkcn, auf welchen die Ver-nunft hinweist."
»Allerdings, Tante, Ihr seid aber ein Wanderer, welcherabsichtlich vom Wege abweicht."
„Verschont mich, ich bitte Euch," erwiderte meine Tante,„erinnert Euch des galischen Gesanges, der mit der Lehre an-fängt, daß man die in Träume Versunkenen nicht weckendürfe; auch kann ich cs Euch sagen, Vetter, daß diese Artwachender Träume, welche meine Phantasie ausspinnt, undwelche, wie Euer LieblingSdichter WordSworth sagt, „„denLaunen als Eigenthum meiner Seele angeboren,"" mir ebenso viel Genuß gewähren, wie mein tägliches Leben. Anstattvorwärts zu blicken, wie ich in der Jugend zu thun pflegte,und mir Fecnpaläste am Rande des Grabes zu erbauen,wende ich meine Augen rückwärts auf die Tage meiner bes-sern Zeit; alsdann dringen die schwermüthigen aber erheitern-den Erinnerungen so dicht und Interesse erregend auf michein, daß ich es beinahe für eine Entweihung halten würde,wollte ich klüger oder vernünftiger oder weniger in Vorur-tbcilen befangen sein, als diejenigen, die ich in meiner Jugendvor Augen hatte "
„Ich glaube Euch jetzt zu verstehen," erwiderte ich, „undkann jetzt begreifen, weßhalb Ihr gelegentlich das Dämmer-licht der Täuschung dem Hellen Lichte der Vernunft vorzicht."
„Haben wir keine Arbeit zu vollbringen," erwiderte sie,„so können wir im Dunklen sitzen, so bald uns dieß be-liebt; wollen wir aber arbeiten, so müssen wir Lichter kommenlassen."
„Und bei solchem schattenhaften und zweifelhaften Licht,"