Blick dem finstern und furchtbaren Auge seines Vatersbegegnete.
Ein Zeichen entließ ihn von dem Throne, welchen Hyderselbst bestieg, während die emsigen Diener ihm schnell seinenzerrissenen Rock abnahmen, einen Mantel von königlichemGlanz über ihn warfen und auf seinen Kopf einen mit Ju-welen geschmückten Turban setzten. Der Durbar ertönte vomZurufe an Hyder Ali Khan Behoder, „den Guten, den Wei-sen, den Entdecker verborgener Dinge, welcher in den Divankömmt, wie die Sonne durch die Wolken bricht."
Der Nawob gebot zuletzt Schweigen durch einen Wink,und erlangte sogleich Gehorsam. Er schaute majestätisch umsich, und richtete zuletzt seinen Blick auf Tippu, dessen nieder-geschlagene Augen, als er seine Arme über der Brust zusam-menlegend vor dem Throne stand, einen starken Gegensatz zudem stolze» Ausdruck der Herrschaft boten, deren er noch voreinem Augenblick gezeigt hatte. „Du hast absichtlich," sagteder Nawob, „die Sicherheit deiner Hauptstadt für den Besitzeiner weißen Sklavin verhandelt, allein die Schönheit einesWeibes ließ Salomo auf seinem Pfade straucheln; um wieviel weniger hätte der Sohn Hyder Nägs bei der Versuchungfest bleiben können! — Damit die Menschen hell sehen, müs-sen wir das Licht entfernen, welches ihre Augen blendet.Jenes Feringi Weib muß mir zur Verfügung gestellt werden."
„Hören ist gehorchen," erwiderte Tippu, während die fin-stere Wolke auf seiner Stirne bewies, wie schwer seinem stol-zen und leidenschaftlichen Gcmüthe diese Unterwerfung wurde.In den Herzen der gegenwärtigen Höflinge herrschte diegrößte Neugier nach der Entwicklung des Auftritts, alleinkeine Spur dieses Wunsches äußerte sich auf den GefichtS-zugen, die an Verheimlichung jeder innern Regung gewohnt