847
tetcn. Die Stadtihore empfingen den lebendigen Strom,welcher auf sie zurollte, die Wolken von Staub und Rauchzerstreuten sich bald, und dem Horizont wurde Heiterkeit undStille zuruckgegeben.
Die Zusammenkunft zwischen Personen von Bedeutung, ^besonders solcher von königlichem Rang, ist eine Sache vongroßer Wichtigkeit in Indien; gewöhnlich wird viele Geschick-lichkeit darauf verwandt, um denjenigen, welcher den Besuchempfängt, zu bewegen, daß er dem Besucher so weit wiemöglich entgegen gehe- Von dem bloßen Ausstehen oder vondem Vorschreiten bis zum Rande des Teppichs, bis zum Ent-gegengehen am Ende des Palastes oder zum Thore der Stadt,oder auf eine oder zwei Meilen des Weges, ist Alles einGegenstand der Unterhandlung. Tippu's Ungeduld, die schöneEuropäerin zu besitzen, veranlaßte ihn bei dieser Gelegenheitzur Gewährung eines größeren Grades von Höflichkeit, alsdie Biegom zu erwarten gewagt hatte. Er bestimmte seinenan die Stadtmauer stoßenden Garten, welcher wirklich inner-halb der Fcstungsmaucrn lag, zum Orte der Zusammenkunft;er setzte dazu die Mittagszeit des nächsten Tages an, denndie Eingeborenen gehen selten an ein Geschäft früh am Mor-gen, oder bevor sie etwas genossen haben. Dieß wurde demBoten der Biegom vom Prinzen in Person mitgetheilt, alsderselbe vor ihm knicend den Nuzzur überreichte (ein Tribut,der aus drei, fünf oder sieben Goldstücken, immer in unge-rader Zahl besteht), und dafür ein Khclot oder Ehrenkleidempfing. Der Bote dagegen war beredt in der Beschreibungder Wichtigkeit seiner Herrin, ihrer Hingebung und Verehrungdes Fürsten, des Vergnügens, welches sie in der Voraussichtihrer Zusammenkunft empfinde, und schloß mit einem beschei-deneren Kompliment, das er seinen eigenen außerordentlichen