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chen, sonst Peitschenhiebe und Fesseln — das Schaffst, Rene-gat — den Galten, Mörder! Wagst du an den Abgrund desElendes zu denken, aus welchem ich dich erhoben habe, ummeinen Reichthum und meine Liebe zu theilen? Erinnerst dudich, daß das Bild von diesem kalten, blassen, leidenschaft-losen Mädchen dir damals so gleichgültig war, daß du esals schuldigen Tribut dem Wohlwollen der Frau, die dichrettete, der Liebe der Frau opfertest, welche sich herablicß,dich zu lieben, ein wie elender Tropf du auch sein magst?"
„Ja, grausames Weib," erwiderte Middlemas, „habe ichaber des jungen Tyrannen schimpfliche Leidenschaft zu einemPorträt ermuthigt, oder den scheußlichen Plan entworfen, dasOriginal ihm zu überliefern?"
„Nein, denn dazu war Gehirn und Verstand nothwendig.Dein aber ist die Ausführung des Planes, welchen ein küh-nerer Geist entwarf; dein ist die That, das Weib an einfremdes Ufer und in die Falle unter dem Vorwand einerLiebe zu locken, welche bei dir, kaltblütiger Bösewicht, niemalskristirt hat!"
„Still, krächzende Eule!" erwiderte Middlemas, „treibemich nicht zu solcher Wuth, daß ich vergessen könnte, du seiestrin Weib."
„Ein Weib, Memme!" ist dieß dein Borwand, meiner zuschonen? — Was bist denn du, der du schon bei den Blicken,bei den Worten eines Weibes zitterst? — Ich bin ein Weib,Renegat, aber ein solches, welches einen Dolch trägt, unddeine Kraft wie deinen Muth gleich verachtet; ich bin einWeib, das mehr sterbende Männer sah, als du Hirsche undAntilopen getödtet hast! Du mußt einen Schacher treiben,um eine hohe Stellung zu erlangen; du hast dich wie einfünfjähriges Kind in die rauhen Spiele der Männer gestürztDas geführt. Schloß u. and. Erzähl. 52