816
Was geht es ihn an, wer sie bekömmt? Ich wünsche, wirwären wieder über die Ghots hinaus, mein theurer Sadoc."
„Was mich betrifft," erwiderte der Sklav, „so bin ich halbentschlossen, die Ghots nicht wieder zu besteigen. Hört, Adele,der Plan, den wir entworfen haben, beginnt mir widerlichzu werden. Die vertrauensvolle Reinheit dieses Geschöpfes— nennt es Weib oder Engel oder wie Ihr wollt — läßtmeine Schliche zu erbärmlich, sogar in meinen eigenen Augenerscheinen. Ich fühle, daß ich in den verwegenen Jntriguen,worin Ihr Euch herumtummelt, mich nicht zu Eurem Ge-fährten eigne. Trennen wir uns und trennen wir uns alsFreunde."
„Amen, Memme- Das Weib aber bleibt bei mir," erwi-derte die Königin von Saba.
„Bei dir!" erwiderte der scheinbare Schwarze — „nie-mals! Nein, Adele, sie befindet sich unter dem Schutz derbrittischen Flagge und sie soll deren Schutz genießen."
„Ja, und welchen Schutz wird sie Euch selbst leisten?"sagte ihm die Amazone, „ich brauche ja nur in die Hände zuklatschen und einem Dutzend meiner schwarzen Bedienten zubefehlen, Euch wie ein Schaf zu binden, und dann braucheich nur dem Gouverneur der Präsidentschaft sagen zu lassen,daß ein gewisser Richard MiddlemaS, welcher sich der Meute-rei, des Mordes, der Desertion und des Kriegsdienstes gegenLandsleute schuldig gemacht hat, sich hier in Nam Sing Cot-tah's Hause und zwar in der Verkleidung eines schwarzenDieners befindet." MiddlemaS bedeckte sein Antlitz mit denHänden, während Madame Montreville fortsuhr, ihn mitVorwürfen zu überladen — „höre," sagte sie, „Sklave undSohn eines Sklaven, da Ihr die Kleidung meiner Diener-schaft tragt, so sollt Ihr mir ebenso wie die übrigen gehör-