795
wohlbekannte Kapitän eines erst kürzlich aus England ange-kommenen Ostindienfahrers erwies ihr eifrige Höflichkeit, undzwei oder drei Herren, die Hartley als Kaufleute kannte, be-mühten sich, ihr ebensoviel Sorgfalt zu zeigen, als sie aufdie Sicherheit eines reichen Kanffahrers verwandt habenwürden.
„Um des Himmels willen, was ist das für eine Zenobia?"fragte Hartley den Herrn, dessen Geflüster zuerst seine Auf-merksamkeit auf die gewaltige Dame gelenkt hatte.
„Ist es möglich, daß Ihr die Königin von Saba nichtkennt!" sagte der Herr, an welchen die Frage gerichtet war,durchaus nicht abgeneigt, die verlangte Mittheilung zu geben.„So müßt Ihr denn wissen, daß sie die Tochter eines schotti-schen Emigranten ist, welcher als Sergeant in Lally's *) Re-giment lebte und starb. Es gelang ihr, einen Offizier auseinem Freicorps, Namens Montreville, einen Schweizer oderFranzosen, ich weiß nicht von welcher Nation, zu heirathen.Nach der Uebergabe von Pondichery hat dieser Held und dieseHeldin — aber woran zum Teufel denkt Ihr? — wenn Ihrso auf sie hinstarrt, so veranlaßt Ihr einen leidenschaftlichenAuftritt, denn sie wird Euch ohne viele Umstände eine Straf-predigt über den Tisch her halten."
Ohne jedoch auf die Vorstellungen seines Freundes zuachten, sprang Hartley von dem Tisch auf, an welchem ersaß, und ging eben nicht mit dem Anstande, welchen die Re-geln der Gesellschaft erheischen, aus den Platz zu, wo dieDame saß.
Der unglückliche französische Offizier, welcher nach der Rückkehrin Frankreich wegen des Unterganges der französichen Macht in Indienenthauptet wurde.