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Semiramis ähnliches Weib, welches, ungewöhnlich an Körper-größe und Umfang, ein so zugeschnittenes, sowie mit Treffenund Schnüren besetztes Rcitkleid trug, daß es dem Oberrockeines eingebornen Häuptlings glich. Ihr Weiberrock bestandaus karmosinrother Seide mit prächtigen Goldblumen; sietrug weite Beinkleider von hellblauer Seide und einen fei-nen Scharlachshawl um die Hüften, in welchem ein Kries*)mit reichverziertem Griff steckte; ihr Hals und ihre Armewaren mit Ketten und Spangen überladen, und ihr Turban,aus einem ähnlichen Shawl wie derjenige, der sich um ihreHüften wand, mit einem prächtigen Federbusch geschmückt,aus welchem eine blaue Straußenfeder nach einer Richtung,und eine rothe nach der andern schwebte. Die Stirne, voneuropäischer Hautfarbe, worauf dieser Kopfschmuck ruhte, warzu hoch für Schönheit, schien jedoch zum Befehl geschaffen;die Adlernase behielt ihre Gestalt, allein ihre Wangen warenetwas eingesunken, und deren Roth so glänzend, daß sie einenstarken Beweis gaben, das ganze Gesicht habe eine vollstän-dige Ausbesserung erlitten, seitdem die Dame von ihremLager aufgestanden war. Eine schwarze Sclavin stand hinterihr mit einem Tschauri, d. h. einem Kuhschwanz mit silber-nem Griff zu Abwehrung der Insekten. Aus der Weise, wiedie Herren sie anrcdeten, mit denen sie sprach, schien dieDame eine Person von zu viel Wichtigkeit, als daß man siehätte beschimpfen oder vernachlässigen dürfen, dennoch abereine solche zu sein, mit welcher Niemand weiteren Verkehrzu haben wünschte, als wie die Gelegenheit schicklich er-heischte.
Sie entbehrte jedoch nicht der Aufmerksamkeiten. Der
*) Dolch-