769
gute Laune behalten, nachdem sie Vater und Mutter und eingutes Erbtheil in einem Tage gewonnen und verloren baden.Ich hatte aber immer einige Neigung zur Philosophie."
„Ich verstehe Euch wirklich nicht, Herr Middlemas."
„Nun, ich fand gestern meine Eltern," erwiderte der jungeMann; „meine Mutter hat, wie Ihr wißt, dis zu dem Au-genblick gewartet, um zu sterben, und mein Vater, um ver-rückt zu werden; ich schließe daraus, daß Beide absichtlich sogehandelt haben, um mich um mein Erbtheil zu prellen, damein Vater ein solches Borurtheil gegen mich gefaßt hat."
„Erbtheil?" widerholte Hartlep durch Richards Ruhe be-stürzt und beinahe im Glauben, der Wahnsinn des Vaters seiin der Familie erblich. „In des Himmels Namen faßt Euch,und gebt solche Täuschung auf. Von welchem Erbtheil habtIhr geträumt?"
„Sicherlich von dem meiner- Mutter, welche doch dieSchätze des alten Monpada geerbt haben muß — auf wensonst als auf ihre Kinder können dieselben jetzt übergehen? —Ich bin der älteste derselben, das kann nicht abgeläugnetwerden."
„Bedenkt aber, Richard — faßt Euch."
„Das ist geschehen," sagte Richard; „was nun?"
„Dann müßt Ihr beachten," sagte Hartlep, „daß EuchEure Geburt von der Erbschaft ausschlicßt, wenn nicht einbesonderes Testament zu Euren Gunsten vorhanden ist."
„Ihr irrt Euch, Herr, ich bin rechtmäßiger Sohn. — Jenekränkliche Brut, die Ihr vom Grade errettet habt, besitztnicht mehr Rechte als ich — ja, unsere Eltern wollten nichtgestatten, daß die Luft des Himmels sie anblies — und michüberließen sie den Winden und Wogen — ich bin dennoch ebenso gut ihr gesetzmäßiges Kind, als jene stechen SprößlingeDas gcfährl. Schloß u. and. Erzähl. 49