Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
650
Einzelbild herunterladen
 

650

halbtodtcr Soldat, der eine zweite Wunde empfängt. Ohnesicb jedoch um ihre Gemüthsbewegung zu bekümmern, ergriffMonpada ffe am Arm, riß sie mit einem unsanften Stoßeempor, worauf sie nur auf ihren Füßen zu stehen schien, weilsie durch seine Faust gehalten wurde. Alsdann zog er ihrdie Maske vom Gesicht, welche sie bis dahin getragen hatte-Die arme Frau suchte noch das Gesicht zu verbergen, indemsie cs mit der linken Hand bedeckte, da die Art, wie sie ge-halten wurde, sie am Gebrauch der rechten verhinderte. IhrVater riß ihr mit geringer Anstrengung auch diese Hand weg,welche übrigens an sich zu klein war, um das Gesicht zu ver-hüllen, und zeigte ihr schönes, von Schaamröthc glühendesund mit Thränen benetztes Antlitz.

Ihr, Alkalde, und Ihr, Wundarzt," sagte er zu Lawfordund Gray, mit fremdem Accent und Geberden,dieses Weibist meine Tochter, dieselbe Zilia Monpada, die in dem Pro-tokoll angegeben ist, macht Platz und laßt sie mich fortführen,damit sie für ihr Verbrechen büße."

Seid Ihr die Tochter dieses Mannes?" fragte Lawforddie Dame.

Sie versteht kein Englisch," sagte Gray; dann redete erseine Kranke französisch an, und beschwor sie, ihm zu erklären,ob sie wirklich jenes Mannes Tochter sei oder nicht, indem erihr die Versicherung seines Schutzes gab, wenn dieß nicht derFall sei. Die Antwort wurde mit schwacher Stimme ge-murmelt, war aber sehr deutlich zu verstehen,es sei ihrVater."

Jetzt schien alles weitere Recht auf Einmischung erloschen,der Königsbote verhaftete seine Gefangene und ersuchte miteinigem Zartgefühl die Frauenzimmer um Beistand, um sie indie bereitstehcnde Kutsche zu führen.